REGIONALE ANLIEGEN – Die palästinensisch-israelische Frage
Der ÖRK ist seit 1948, als der Staat Israel entstand und der Rat offiziell gegründet wurde, an Bemühungen um Frieden im Heiligen Land beteiligt. Sogar noch vor 1948 versuchte der im Aufbau begriffene Ökumenische Rat europäischen Juden zu helfen, aus den von Nazis besetzten Gebieten in Europa zu fliehen und an sichere Orte zu gelangen. Später stand er dann palästinensischen Flüchtlingen zu Seite, die durch die Teilung Palästinas vertrieben worden waren. Der ÖRK hat sich wiederholt für ein umfassendes Friedensabkommen eingesetzt, das die Rechte, das Wohlergehen und die Sicherheit Israels und des palästinensischen Volkes gewährleisten würde.
Der Rat hat zum Dialog zwischen Christen, Juden und Muslimen ermutigt, um Toleranz und harmonische Beziehungen zu fördern. Er erkennt seit 1948 die Legitimität des Staates Israel und das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat an. Er pflegt enge Beziehungen zu seinen Mitgliedskirchen und den christlichen Gemeinschaften in Jerusalem.
Seit 1955 richtet der ÖRK sein Augenmerk besonders auf Jerusalem, das von zentraler Bedeutung für den Frieden in der Region ist, und hat dazu aufgerufen, dass es von allen als eine gemeinsame Stadt anerkannt wird. Mit dem Abbruch des Osloer-Friedensprozesses, dem provozierenden Besuch Ariel Scharons auf dem Tempelberg in Jerusalem und der daraus resultierenden zweiten Intifada hat der ÖRK seine Bemühungen um internationale Fürsprache im Namen seiner Mitgliedskirchen und der Christen in Jerusalem und im Heiligen Land intensiviert. Letztere sehen sich mehr und mehr zur Emigration gezwungen, weil Israel ihren Grund und Boden besetzt und Palästinenser diskriminiert.
Im Februar 2001 rief der ÖRK-Zentralausschuss den Generalsekretär und den Mitarbeiterstab des Rates auf: die Bemühungen um einen Frieden im Nahen Osten auf dem Verhandlungsweg und auf der Grundlage des Völkerrechts weiter zu unterstützen und dabei dem künftigen Status von Jerusalem, dem Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge, der wachsenden Zahl israelischer Siedlungen und den Maßnahmen zur Durchsetzung aller einschlägigen UN-Resolutionen, einschließlich derjenigen, in denen der Rückzug der Israelis aus allen besetzten Gebieten gefordert wird, besondere Beachtung zu schenken; auch weiterhin die Lage sorgfältig zu analysieren und die Mitgliedskirchen regelmäßig darüber zu informieren; den Kirchen im Heiligen Land und ihren Mitgliedern beizustehen und sich für ihre Rechte einzusetzen; die lokalen israelischen und palästinensischen Friedensbemühungen an der Basis zu unterstützen; sowie kirchliche, ökumenische und andere Initiativen zu fördern und/oder mit ihnen zusammenzuarbeiten, um auf diese Weise die internationale Unterstützung für einen umfassenden Frieden auf der Grundlage von Gerechtigkeit und Sicherheit für alle Völker in der Region zu verstärken.
Infolgedessen besuchte eine ökumenische Delegation im Juni 2001 im Auftrag des ÖRK-Generalsekretärs das Heilige Land. Sie hatte die Aufgabe, ihm Bericht zu erstatten und ihn über die damaligen örtlichen ökumenischen Strategien und Pläne zu informieren sowie eine für August 2001 geplante internationale ökumenische Konsultation vorzubereiten. An dieser Konsultation nahmen Kirchen und ökumenische Partner aus der Region und aus aller Welt teil, die sich aktiv für den Frieden im Nahen Osten einsetzen. Die Konsultation bot den Kirchen die Möglichkeit, sich über Ideen und Initiativen auszutauschen und Schritte zu unternehmen, um ihre Bemühungen um einen umfassenden Frieden auf der Grundlage von Gerechtigkeit und Sicherheit für alle Völker der Region zu koordinieren.
Wie von der Delegation und der Konsultation empfohlen und in enger Absprache mit den Mitgliedskirchen in Jerusalem konzentriert der ÖRK seither seine koordinierten Aktionen und anwaltschaftliche Arbeit auf die Ökumenische Ökumenische Kampagne zur Beendigung der rechtswidrigen Besetzung Palästinas: Für einen gerechten Frieden im Nahen Osten und auf das Ökumenische Begleitprogramm in Palästina und Israel.
Auf seiner Tagung im Februar 2005 erinnerte der ÖRK-Zentralausschuss die Mitgliedskirchen des Rates daran, dass sie „über Investitionsmittel die Möglichkeit haben, diese Mittel verantwortlich zur Unterstützung von friedlichen Lösungen“ des israelisch-palästinensischen Konflikts „einzusetzen“.
Das ÖRK-Leitungsorgan ermutigte die 347 Mitgliedskirchen des Rates, „neue Wege in der Friedensarbeit zu gehen und ernsthaft wirtschaftliche Maßnahmen zu erwägen, die gerecht, transparent und gewaltlos sind“, indem sie darauf verzichten, sich wirtschaftlich an illegalen Aktivitäten zu beteiligen, die im Zusammenhang mit der Besetzung durch Israel stehen.
[Hierzu siehe:
Pressemitteilung (21.2.2005)
Integraler Wortlaut des Protokollpunktes des ÖRK-Zentralausschusses von 2005 zu bestimmten wirtschaftlichen Maßnahmen für Frieden in Israel/Palästina
ÖRK und interreligiöser Dialog ]
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Oben, links: Bethlehem: Eine Marienstatue wurde von israelischen Bomben getroffen. |
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Oben rechts: Ökumenische Begleitpersonen aus Schweden und Dänemark halten an Rachels Grab in Bethlehem ein Spruchband hoch, auf dem auf Arabisch und Hebräisch „Frieden“ zu lesen ist. (September 2004)
(September 2004)

Die ökumenische Begleiterin Hermina Damos aus Südafrika (Mitte) in einem Zelt, das in Ramallah aufgeschlagen wurde, um die Freilassung palästinensischer Gefangener zu fordern. (August 2004)
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