Zweiter Bericht des Auschusses für öffentliche Angelegenheiten
ÖRK-Zentralausschuss 2003

PROTOKOLLPUNKT ZU DEN BESETZTEN PALÄSTINENSISCHEN GEBIETEN

Der ÖRK-Zentralausschuss nahm auf seiner Tagung vom 26. August bis 2. September 2003 in Genf, Schweiz, die Bemühungen um die Beendigung der rechtswidrigen Besetzung Palästinas zur Kenntnis, die der ÖRK-Generalsekretär und Stabsmitglieder der Kommission der Kirchen für internationale Angelegenheiten seit Februar 2001 im Sinne der Umsetzung der Resolutionen des Zentralausschusses und des Exekutivausschusses unternommen haben.

Ein Jahr, nachdem das Ökumenische Begleitprogramm in Palästina und Israel (EAPPI) im Rahmen des Schwerpunkts 2002 der Dekade zur Überwindung von Gewalt und ihrer Kampagne zur Beendigung der rechtswidrigen Besetzung Palästinas: Für einen gerechten Frieden im Nahen Osten initiiert worden ist, begrüßt der Zentralausschuss die partnerschaftliche Unterstützung dieser neuen ökumenischen Initiative des ÖRK durch Kirchen und ökumenische Einrichtungen und Hilfswerke. Der Zentralausschuss erkennt insbesondere das mutige Zeugnis der ökumenischen Begleitpersonen an, die sich als Freiwillige in den Dienst der Kirche Jesu Christi stellen und ihre Solidarität mit einem Volk, das um Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden ringt, aktiv zum Ausdruck bringen. Der Zentralausschuss bekräftigt seine Unterstützung für dieses Programm und ersucht alle ÖRK-Mitgliedskirchen und ökumenischen Partner, sich aktiv daran zu beteiligen.

Darüber hinaus nahm der Zentralausschuss voller Betroffenheit die Botschaft der leitenden kirchlichen Repräsentanten von Jerusalem sowie die Beobachtungen der CCIA- und ACT-Delegation anlässlich ihres jüngsten Besuchs in den besetzten palästinensischen Gebieten entgegen. Für höchst Besorgnis erregend halten wir die humanitären Folgen der ständigen Grenzschließungen, Ausgangssperren, außergerichtlichen Tötungen und Selbstmordanschläge sowie auch der von Israel errichteten „Trennmauer“. Der Zentralausschuss bittet seine Mitglieder, derartige Handlungen zu verurteilen und sich den Patriarchen und Leitern von Kirchen, Gemeinschaften und Einrichtungen in Jerusalem in ihren täglichen „Gebeten für gerechten Frieden und Versöhnung im Heiligen Land“ anzuschließen. Des Weiteren bedauert der Zentralausschuss, dass die israelische Regierung trotz seiner wiederholten Appelle noch immer nicht bereit ist, die Wahl Seiner Seligkeit, des Patriarchen Irinäus I., zum Oberhaupt des Griechisch-Orthodoxen Partriarchats von Jerusalem anzuerkennen.

Der Zentralausschuss hält die von der CCIA vorgelegte Analyse des Friedensfahrplans für eine dauerhafte Zwei-Staaten-Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts für zutreffend und bekräftigt erneut das Konzept und die Aktionen des ÖRK in der seit 1998 eingeschlagenen Richtung; ihnen ist beständig hohe Priorität einzuräumen. Angesichts dessen ruft der Zentralausschuss die Mitgliedskirchen und ökumenischen Partner des Rates auf, ihre Bemühungen im Rahmen der 2002 angelaufenen ökumenischen Kampagne zu verstärken und die humanitäre Nothilfe sowie die Bemühungen um Wiederaufbau fortzusetzen. Ferner ersucht er den Generalsekretär und das Team für internationale Angelegenheiten, allen ökumenischen Bemühungen um die Beendigung der Besetzung Palästinas mehr öffentliches Profil zu geben. In diesem Sinne hält es der Zentralausschuss für angebracht, dass die Verantwortlichen der örtlichen Kirchen gemeinsam mit dem ÖRK und dem MECC so bald wie möglich das Jerusalemer Ökumenische Zentrum einrichten (siehe GEN 6, S. 14).