| Zur
Arbeitsgruppe des Begleitprogramms gehören ÖRK-Mitgliedskirchen und ökumenische
Partner aus Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten, Schweden,
den Niederlanden, England, Schottland, Deutschland, Norwegen, Dänemark,
Frankreich, Belgien, Schweiz, Südafrika, USA und Kanada.
Prinzipien
EAPPI beruht auf den Prinzipien des Menschenrechts und des humanitären
Völkerrechts, einschließlich Resolutionen des Sicherheitsrates,
der Vollversammlung und der Menschenrechtskommission der UNO. Das Programm
ist eine Antwort auf die israelische Verletzung international anerkannter
Menschenrechtsnormen und –grundsätze wie auch der Rechtsstaatlichkeit,
insbesondere des IV. Genfer Abkommens über den Schutz von Zivilpersonen
in Kriegszeiten vom 12. August 1949 sowie des Internationalen Paktes über
bürgerliche und politische Rechte, dessen Artikel 2 vorschreibt, dass
jeder Vertragsstaat die in diesem Pakt anerkannten Rechte aller in seinem
Gebiet befindlichen und seiner Herrschaftsgewalt unterstehenden Personen
achten und gewährleisten muss.
Ziele des Programms
Solidarität mit örtlichen Kirchen sowie palästinensischen
und israelischen Friedensaktivisten zum Ausdruck bringen und sie stärken;
für die Einhaltung der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts
sorgen und dazu beitragen, die Brutalitäten, Erniedrigungen und Gewalttaten
gegen Zivilisten zu beenden;
ein aktives Zeugnis davon ablegen, dass alternatives, gewaltloses Eintreten
für Gerechtigkeit und Frieden zur Beendigung der rechtswidrigen Besetzung
Palästinas möglich ist;
die Gewalt der Besetzung sichtbar machen und ein stärkeres internationales
Fürsprachenetz knüpfen, um die öffentliche Meinung in den
Heimatländern zu beeinflussen und Einfluss auf die jeweilige Nahostpolitik
zu nehmen mit dem Ziel, die Besetzung zu beenden und einen bestandfähigen
palästinensischen Staat aufzubauen
. Das
EAPPI im Jahr 2002
Zu dem Programm
gehörten 20 ökumenische Begleitpersonen aus 30 Kirchen und ökumenischen
Partnerorganisationen in 5 Ländern: Dänemark, Deutschland, Norwegen,
Schweden und den Vereinigten Staaten. Von August 2002 bis Januar 2003
waren sie bei einer großen Vielzahl von kirchlichen, palästinensischen
und israelischen Organisationen vor Ort zu Gast und begleiteten
diese in ihrer Arbeit. Geographisch erstreckte sich ihre Präsenz
auf den Gaza-Streifen, mehrere Städte und Dörfer im Westjordanland
sowie auf Ost- und West-Jerusalem:
Kirchen und kirchliche
Organisationen: Evangelisch-Lutherische Kirche in Jerusalem, CVJM
– in Beit Sahour, CVJF – in Jerusalem, International Orthodox
Christian Charities – IOCC in Beit Hanina, die Dienstabteilung für
palästinensische Flüchtlinge des Rates der Kirchen im Mittleren
Osten – DSPR in Jerusalem und Gaza sowie das International Christian
Committee – ICC, der Lutherische Weltbund – Augusta-Victoria-Krankenhaus
in Jerusalem, Internationales Zentrum in Bethlehem.
Palästinensische
NROs: Union der palästinensischen ärztlichen Hilfskomitees
– UPMRC in Ramallah, Palästinensisches Menschenrechtszentrum
– Gaza, Bani Naim Charitable Society, Shams Al-Hurriyah Association
in Gaza, Palästinensische Hydrologie-Gruppe – Nablus, Gaza
Community Mental Health Care Centre, Palästinensische landwirtschaftliche
Hilfskomitees – PARC, Gesundheits-, Entwicklungs- und Informationspolitik
– HDIP in Ramallah.
Israelische NROs:
Zentrum für alternative Informationen – Jerusalem, B’tselem
– in der Hebroner Region, Israelisches Komitee gegen die Häuserzerstörung
– ISAHD, Rabbiner für Menschenrechte.
Die Begleitpersonen haben im
Rahmen ihres Mandats die verschiedensten Begleitaufgaben übernommen,
wie z.B.:
Begleitung beim Passieren militärischer Kontrollposten von Gesundheitsteams,
die Dialyse-Patienten aus Städten im Westjordanland in ein Jerusalemer
Krankenhaus brachten, oder von Krankenwagen, die ihre Notdienst-Runden
in Kliniken im Westjordanland absolvierten.
Unterstützung israelischer und palästinensischer Menschenrechts-,
Friedens-, Informations- sowie ökumenischer Organisationen bei ihrer
Arbeit vor Ort, bei Recherchen, Dokumentation und Berichterstattung über
Fragen wie Bewegungsfreiheit im südlichen Gaza-Streifen, Wasserprobleme
infolge der Besetzung, Staatenlosigkeit, Häuserzerstörung, die
Rehabilitation junger Menschen und der Bau der Trennmauer.
Arbeit mit den christlichen Gemeinden in Jerusalem, Besuch von kirchlichen
Schulen und Heimen, Begleitung von kirchlichen Verantwortlichen auf Reisen
im Land und am Ort stattfindenden Tagungen.
Begleitung israelischer und palästinensischer Menschenrechtsmitarbeiter
bei der Zeugenvernehmung vor Ort, humanitärer Mitarbeiter/innen bei
der Lieferung von Hilfsgütern in entlegene Gegenden, von Ärzten
auf Hausbesuchen bei psychisch Kranken, Friedensaktivisten während
Protestaktionen sowie Unterstützung von Mitarbeitenden der Gastorganisationen
bei ihrer Arbeit in Jerusalem, wenn sie aufgrund von Reisebeschränkungen
keine Freizügigkeit genossen.
Berufsausbildungskurse und Seminare über Gewaltlosigkeit für
Frauengruppen.
Patrouillen in Gebieten, wo Sperrstunden gelten oder wo es zu Ausschreitungen
seitens der Siedler gekommen ist, um den Schulbesuch der Kinder sicherzustellen.
Darüber hinaus haben die
Begleitpersonen auch kollektive Aufgaben als ein Team übernommen:
Treffen mit Journalisten, Teilnahme an und Organisation von christlichen
humanitären Konvois, Beteiligung an friedlichen gemeinsamen Demonstrationen
von Palästinensern und Israelis gegen die Trennmauer sowie Dokumentation
und Zusammenstellung einer thematischen Veröffentlichung zur Errichtung
des Sicherheitszauns. Die Begleiter und Begleiterinnen haben auch zahlreiche
Artikel verfasst und Dutzende von Fotos geliefert, die auf der Internetseite
des Programms zu sehen und an Kirchen, NROs, Medien, UN-Gremien und Regierungen
in aller Welt verteilt worden sind.
Zurück zur EAPPI-Hauptseite
Zurück zur Homepage der Ökumenischen Kampagne
|