EAPPI-Programmübersicht

Hintergrund 
EAPPI geht auf einen Beschluss des ÖRK-Exekutivausschusses vom September 2001 zurück, mit dem letzterer auf den Aufruf der Kirchen in Jerusalem reagierte, den diese im Juni 2001 gegenüber der ökumenischen Delegation in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten und im August 2001 auf der Internationalen ökumenischen Konsultation in Genf formuliert hatten.


Christliche Begleitpersonen bei einem Arabischkurs

Zur Arbeitsgruppe des Begleitprogramms gehören ÖRK-Mitgliedskirchen und ökumenische Partner aus Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten, Schweden, den Niederlanden, England, Schottland, Deutschland, Norwegen, Dänemark, Frankreich, Belgien, Schweiz, Südafrika, USA und Kanada.

Prinzipien
EAPPI beruht auf den Prinzipien des Menschenrechts und des humanitären Völkerrechts, einschließlich Resolutionen des Sicherheitsrates, der Vollversammlung und der Menschenrechtskommission der UNO. Das Programm ist eine Antwort auf die israelische Verletzung international anerkannter Menschenrechtsnormen und –grundsätze wie auch der Rechtsstaatlichkeit, insbesondere des IV. Genfer Abkommens über den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten vom 12. August 1949 sowie des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte, dessen Artikel 2 vorschreibt, dass jeder Vertragsstaat die in diesem Pakt anerkannten Rechte aller in seinem Gebiet befindlichen und seiner Herrschaftsgewalt unterstehenden Personen achten und gewährleisten muss.

Ziele des Programms
  • Solidarität mit örtlichen Kirchen sowie palästinensischen und israelischen Friedensaktivisten zum Ausdruck bringen und sie stärken;
  • für die Einhaltung der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts sorgen und dazu beitragen, die Brutalitäten, Erniedrigungen und Gewalttaten gegen Zivilisten zu beenden;
  • ein aktives Zeugnis davon ablegen, dass alternatives, gewaltloses Eintreten für Gerechtigkeit und Frieden zur Beendigung der rechtswidrigen Besetzung Palästinas möglich ist;
  • die Gewalt der Besetzung sichtbar machen und ein stärkeres internationales Fürsprachenetz knüpfen, um die öffentliche Meinung in den Heimatländern zu beeinflussen und Einfluss auf die jeweilige Nahostpolitik zu nehmen mit dem Ziel, die Besetzung zu beenden und einen bestandfähigen palästinensischen Staat aufzubauen
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    Das EAPPI im Jahr 2002
    Zu dem Programm gehörten 20 ökumenische Begleitpersonen aus 30 Kirchen und ökumenischen Partnerorganisationen in 5 Ländern: Dänemark, Deutschland, Norwegen, Schweden und den Vereinigten Staaten. Von August 2002 bis Januar 2003 waren sie bei einer großen Vielzahl von kirchlichen, palästinensischen und israelischen Organisationen vor Ort zu Gast und begleiteten diese in ihrer Arbeit. Geographisch erstreckte sich ihre Präsenz auf den Gaza-Streifen, mehrere Städte und Dörfer im Westjordanland sowie auf Ost- und West-Jerusalem:

    Kirchen und kirchliche Organisationen: Evangelisch-Lutherische Kirche in Jerusalem, CVJM – in Beit Sahour, CVJF – in Jerusalem, International Orthodox Christian Charities – IOCC in Beit Hanina, die Dienstabteilung für palästinensische Flüchtlinge des Rates der Kirchen im Mittleren Osten – DSPR in Jerusalem und Gaza sowie das International Christian Committee – ICC, der Lutherische Weltbund – Augusta-Victoria-Krankenhaus in Jerusalem, Internationales Zentrum in Bethlehem.

    Palästinensische NROs: Union der palästinensischen ärztlichen Hilfskomitees – UPMRC in Ramallah, Palästinensisches Menschenrechtszentrum – Gaza, Bani Naim Charitable Society, Shams Al-Hurriyah Association in Gaza, Palästinensische Hydrologie-Gruppe – Nablus, Gaza Community Mental Health Care Centre, Palästinensische landwirtschaftliche Hilfskomitees – PARC, Gesundheits-, Entwicklungs- und Informationspolitik – HDIP in Ramallah.

    Israelische NROs: Zentrum für alternative Informationen – Jerusalem, B’tselem – in der Hebroner Region, Israelisches Komitee gegen die Häuserzerstörung – ISAHD, Rabbiner für Menschenrechte.

    Die Begleitpersonen haben im Rahmen ihres Mandats die verschiedensten Begleitaufgaben übernommen, wie z.B.:

  • Begleitung beim Passieren militärischer Kontrollposten von Gesundheitsteams, die Dialyse-Patienten aus Städten im Westjordanland in ein Jerusalemer Krankenhaus brachten, oder von Krankenwagen, die ihre Notdienst-Runden in Kliniken im Westjordanland absolvierten.
  • Unterstützung israelischer und palästinensischer Menschenrechts-, Friedens-, Informations- sowie ökumenischer Organisationen bei ihrer Arbeit vor Ort, bei Recherchen, Dokumentation und Berichterstattung über Fragen wie Bewegungsfreiheit im südlichen Gaza-Streifen, Wasserprobleme infolge der Besetzung, Staatenlosigkeit, Häuserzerstörung, die Rehabilitation junger Menschen und der Bau der Trennmauer.
  • Arbeit mit den christlichen Gemeinden in Jerusalem, Besuch von kirchlichen Schulen und Heimen, Begleitung von kirchlichen Verantwortlichen auf Reisen im Land und am Ort stattfindenden Tagungen.
  • Begleitung israelischer und palästinensischer Menschenrechtsmitarbeiter bei der Zeugenvernehmung vor Ort, humanitärer Mitarbeiter/innen bei der Lieferung von Hilfsgütern in entlegene Gegenden, von Ärzten auf Hausbesuchen bei psychisch Kranken, Friedensaktivisten während Protestaktionen sowie Unterstützung von Mitarbeitenden der Gastorganisationen bei ihrer Arbeit in Jerusalem, wenn sie aufgrund von Reisebeschränkungen keine Freizügigkeit genossen.
  • Berufsausbildungskurse und Seminare über Gewaltlosigkeit für Frauengruppen.
  • Patrouillen in Gebieten, wo Sperrstunden gelten oder wo es zu Ausschreitungen seitens der Siedler gekommen ist, um den Schulbesuch der Kinder sicherzustellen.
  • Darüber hinaus haben die Begleitpersonen auch kollektive Aufgaben als ein Team übernommen: Treffen mit Journalisten, Teilnahme an und Organisation von christlichen humanitären Konvois, Beteiligung an friedlichen gemeinsamen Demonstrationen von Palästinensern und Israelis gegen die Trennmauer sowie Dokumentation und Zusammenstellung einer thematischen Veröffentlichung zur Errichtung des Sicherheitszauns. Die Begleiter und Begleiterinnen haben auch zahlreiche Artikel verfasst und Dutzende von Fotos geliefert, die auf der Internetseite des Programms zu sehen und an Kirchen, NROs, Medien, UN-Gremien und Regierungen in aller Welt verteilt worden sind.


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